Montag, 2. März 2026

Immer bei der Wahrheit bleiben

Dr. Schräg, Psychologe!

Anrufer: Hallo Herr Doktor!

Dr. Schräg: Ja, bitte?

Anrufer: Guten Abend! Ich bin Rentner und habe jetzt auch eine eigene Hompaitsch. Da wollte ich mal anfragen, ob man, also wenn man da über sich berichtet, ob man dann immer bei der Wahrheit bleiben muss oder auch mal … Sie wissen schon.

Dr. Schräg: Sie haben also eine eigene Homepage und wollen wissen, ob man darin genaue Angaben über sich machen muss.

Anrufer: Genau! Ich bin fünfundsiebzig, sehe aber jünger aus. Da ist auch meine neue Perücke dran schuld. Sie hat nämlich nordeuropäisches Haar, kein asiatisches! Vor dem Schlafengehen nehme ich sie immer ab, weil mich dann sowieso niemand sieht. Auch meine Brille nehme ich dann ab. Es ist ja dunkel im Zimmer und es gibt nichts zu sehen, außer wenn ich träume. Aber da habe ich sie noch nie vermisst. Ist eigentlich komisch, oder? Mein Gebiss tu ich übrigens in ein Glas Wasser, damit es desfinzifiert wird.

Dr. Schräg: Es wird desinfiziert. Sie leben also allein?

Samstag, 21. Februar 2026

Anfangen und Beginnen ist nicht immer das Gleiche

Dr. Schräg am Apparat, guten Abend!

Anruferin: Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.

Dr. Schräg: Sagen Sie einfach auch guten Abend!

Anruferin: Guten Abend!

Dr. Schräg: Danke! Sehen Sie, das ist doch schon mal ein Anfang.

Anruferin: Ja, aber ich weiß trotzdem nicht, wo ich anfangen soll.

Dr. Schräg: Ach wissen Sie, auch ich weiß nicht immer in welchem Stadium ich anfangen soll, den Anrufern ganz offen meine ehrliche Meinung zu sagen. Oft ist es besser, erst im weiteren Verlauf des Gespräches damit zu beginnen.

Anruferin: Ich nehme es keinem übel, wenn er mir gleich die Wahrheit sagt.

Dr. Schräg: Was ist Wahrheit? Schon Pontius Pilatus soll das nicht gewusst haben.

Donnerstag, 5. Februar 2026

Zu schnell unterwegs

Ja, Dr. Schräg am Apparat!

Anrufer: Hallo Herr Doktor, ich wollte mich mal mit Ihnen austauschen.

Dr. Schräg: Ja, bitte!

Anrufer: Also, ich bin vorbestraft, aber sonst geht’s mir gut.

Dr. Schräg: Sie sind vorbestraft und es geht Ihnen gut.

Anrufer: Ja, das stimmt. Manchmal denke ich, dass alles viel zu schnell gegangen ist.

Dr. Schräg: Alles ist zu schnell gegangen.

Anrufer: Ja. Wissen Sie, ich bin nämlich ein Kapitän.

Dr. Schräg: Sie meinen, Sie sind ein richtiger Kapitän und haben ein Schiff?

Anrufer: Nein, nein. Ich bin, nee, ich war mal ein "Kapitän der Landstraße" und immer verdammt schnell unterwegs. Das können Sie mir glauben.

Dr. Schräg: Sie waren also Fernfahrer. Interessant!

Anrufer: Ja, und schnell war ich. Das hat auch mein Chef immer gesagt. Freddy hat er gesagt, du bist der Schnellste.

Dr. Schräg: Aber ist das nicht gefährlich, ich meine, so mit 40 Tonnen im Rücken? Und dann steht nachts plötzlich ein Reh auf der Straße.

Anrufer: Wenn’s doch nur ein Reh gewesen wäre, aber es war eine Frau.

Montag, 2. Februar 2026

Nichts wird so heiß gegessen ...

Ja, Dr. Schräg am Apparat!

Anrufer: Hallo! Hier ist Berti.

Dr. Schräg: Guten Tag!

Anrufer: Ich hätte da mal eine Frage.

Dr. Schräg: Ja, bitte!

Anrufer: Wie heißen Sie eigentlich mit Vornamen?

Dr. Schräg: Alfred.

Anrufer: Hallo Alfred!

Dr. Schräg: Was haben Sie denn sonst noch auf dem Herzen, Berti?

Anrufer: Sag mal, Alfred, bei dir rufen bestimmt auch Frauen an, die mit ihren Männern … wie soll ich sagen … ähm …

Dr. Schräg: Ja?

Anrufer: Also, die mit ihren Männern gewisse Probleme haben.

Dr. Schräg: Was für Probleme meinen Sie? Sie müssen mir das schon genauer erklären.

Anrufer: Also diese Männer können nicht …

Dr. Schräg: Was können diese Männer nicht?

Anrufer: Sie möchten es unbedingt, aber es klappt einfach nicht. Du verstehst, was ich meine?

Dr. Schräg: Das kommt öfter vor, als man denkt. Aber es gibt ja Mittel und Wege …

Samstag, 10. Januar 2026

Wo drückt der Schuh?

Ja, Dr. Schräg am Apparat!

Anruferin: Tjaaaa, also ich

Dr. Schräg: Kann ich Ihnen helfen?

Anruferin: Ich weiß nicht, ob …

Dr. Schräg: Sie wissen nicht, ob Sie sich mir anvertrauen können.

Anruferin: Genau!

Dr. Schräg: Versuchen Sie es einfach mal und dann sehen wir weiter.

Anruferin: Tjaaa, wenn das so einfach wäre, dann …

Dr. Schräg: Dann?

Anruferin: Also gut, ich will's mal versuchen. Wissen Sie, ich bin Witwe und schon etwas älter, aber noch ganz gut beisammen. Geistig sowieso, aber auch körperlich. Und ich habe gewisse Bedürfnisse. Sie verstehen, was ich meine?

Dr. Schräg: Nicht ganz.

Anruferin: Immer allein zu sein ist doof. Daher habe ich vor einiger Zeit im "Gauweiler Tageblatt" eine Kontaktanzeige aufgegeben:
Reife Frau in der Bl
üte ihrer Jahre, alleinstehend, sucht netten Mann (Nichtraucher) für gemeinsame Unternehmungen.

Dr. Schräg: Ja. Und wo drückt nun der Schuh?

Anruferin: Woher wissen Sie das mit den Schuhen? Ich habe doch noch gar nichts erzählt.

Dr. Schräg: Das ist doch nur eine Redensart.

Anruferin: Ach so.

Dr. Schräg: Ihre Schuhe drücken. Habe ich das jetzt richtig verstanden?

Anruferin: Nein, meine Schuhe drücken nicht. Es gibt aber trotzdem ein Problem mit meinen Schuhen.

Freitag, 9. Januar 2026

Der Mann am Fenster

Dr. Schräg am Apparat!

Anruferin: Hallo!

Dr. Schräg: Guten Tag!

Anruferin: Wer ist da?

Dr. Schräg: Dr. Schräg am Apparat. Was kann ich für Sie tun?

Anruferin: Da steht immer ein Mann!

Dr. Schräg: Aha! Wo steht denn der Mann und was macht er?

Anruferin: Er steht im Haus gegenüber am offenen Fenster und machen tut er nichts.

Dr. Schräg: Er steht am Fenster und macht nichts.

Anruferin: Er schaut nur.

Dr. Schräg: Wohin schaut er denn?

Anruferin: Er schaut mich an.

Dr. Schräg: Er steht also nur da und schaut Sie an. Können Sie ihn beschreiben? Wie sieht er denn aus und was hat er an?

Anruferin: Er schaut irgendwie merkwürdig. So, als ob er auf etwas wartet. Er hat ein weißes Unterhemd an, aber was er sonst noch trägt kann ich leider nicht sehen.

Dr. Schräg: Bitte entschuldigen Sie die Frage, aber Sie sind vollständig angezogen?

Anruferin: Natürlich! Was denken Sie denn, ich bin eine anständige Frau und zeige mich nicht halbnackt.

Donnerstag, 1. Januar 2026

Der Putzteufel

Dr. Schräg am Apparat!

Anruferin: Guten Tag, Herr Doktor!

Dr. Schräg: Guten Tag! Was haben Sie denn auf dem Herzen?

Anruferin: Ja, also direkt auf dem Herzen habe ich nichts, es sind eher die Augen.

Dr. Schräg: Sie sind sehbehindert?

Anruferin: Nein, nein! Ich wäre aber froh, wenn ich nichts mehr sehen würde.

Dr. Schräg: Sie wären froh, wenn Sie nichts sehen würden?

Anruferin: Ja, so ist es. Lange halte ich es bestimmt nicht mehr aus und es wird immer schlimmer und schlimmer.

Dr. Schräg: Was wird denn immer schlimmer? Sie müssen sich schon ein bisschen klarer ausdrücken, ich bin Psychologe und kein Hellseher.

Anruferin: Oh Verzeihung, Herr Doktor! Tut mir leid, dass Sie nur ein Pyschlogoge sind. Ich dachte, dass alle Doktors immer gleich Bescheid wissen. Sie haben doch auf solche Sachen studiert, oder?

Dr. Schräg: Ja, aber Hellsehen kann ich nicht. Leider!

Anruferin: Das ist schade. Nun muss ich ja ganz von vorn anfangen.

Dr. Schräg: Das wäre schön.

Anruferin: Ja, wissen Sie, es geht um meinen Mann. Seit einem halben Jahr ist er Rentner und putzt.

Dr. Schräg: Er ist Rentner und putzt. Das kommt nicht so oft vor. War er zwischendurch mal Hausmann?

Anruferin: Erwin, ein Hausmann? Nee, wo denken Sie hin! Erwin hat immer gearbeitet.  

Dr. Schräg: Wo genau putzt denn Ihr Mann?

Anruferin: Auf der Straße, direkt vor unserem Haus.

Dr. Schräg: Ihren Mann stört wohl der viele Dreck?

Anruferin: Nein, Dreck auf der Straße hat meinen Mann noch nie gestört, aber Flecken und matte Stellen kann er nicht leiden. Alles muss glänzen und spiegelblank sein, dann ist er für eine Weile richtig glücklich.

Dr. Schräg: Wie schön für ihn. Und wie äußert sich das?